Workshops für Führungskräfte

ANALYSIEREN   PRIORISIEREN   FÜHREN   STABILISIEREN 


IT-Portfolio unter Budgetdruck
Investitionen fokussieren, Prioritäten setzen
 

Schwierige IT-Investitionsentscheidungen treffen, erklären und verteidigen, wenn die Mittel nicht ausreichen


Dauer

1 Tag (offen); 1 Tag (inhouse)

Format

Präsenz; offen oder inhouse. Gruppen von 10 bis 15. Keine Aufzeichnung. Inhouse wird der Workshop am eigenen, anonymisierten Portfolio der Kundenorganisation durchgeführt. Die Teilnehmer/innen erarbeiten eine Prioritäten-Liste, ein kostenbewertetes Reduktionsszenario und eine Stopp-Liste.

Zielgruppen

  • CIOs
  • Führungskräfte mit Verantwortung für digitale Investitionsentscheidungen
  • Transformations-Verantwortliche
  • IT- und Portfoliomanager/innen
  • PMO-Leiter/innen
  • Enterprise-Architekten/innen
  • Geschäftsführer/innen


Problem und Relevanz

Priorisierung bei IT-Portfolios bedeutet, etwas zu stoppen, das bereits Zusagen und Rückhalt bei den Stakeholdern hat. Die Projekt-Pipeline übersteigt die Kapazität regelmäßig um das Zwei- bis Dreifache, und nur etwa ein Drittel des IT-Budgets sthet für Projekte zur Verfügung, der Rest sind Betrieb, Wartung und Verträge. Kommt dann ein Budget-Schnitt, sind Best Practices nicht mehr hilfreich. Ein unbequemes Ranking muss begründet und durchhalten werden. Die Portfolio-Literatur lässt den hier entscheidenden Fall aus: das Herausnehmen aus einem abgestimmten Bestand, einschließlich der Streichung bereits genehmigter Initiativen.

Lernergebnisse und Nutzen

Wissen: Was Sie mitnehmen

  • Welcher Teil des IT-Budgets überhaupt verfügbar ist und warum die Run-/Change-Aufteilung die eigentliche Grenze setzt
  • Der Unterschied zwischen Kriterien, die eine Entscheidung herbeiführen und rechtfertigen
  • Warum eine überladene Pipeline nicht nur unbequem, sondern rechnerisch teuer ist
  • Warum rationale Ressourcenallokation systematisch die falschen Initiativen begünstigt
  • Die Mechanismen, die eine sichtbar aussichtslose Initiative weiter finanziert halten


Fähigkeiten: Was Sie danach können

  • Initiativen an der Geschäftsstrategie bewerten und in ein begründetes Ranking bringen
  • Ein Reduktionsszenario berechnen und seine Folgen für Zeitplan, Nutzen und Risiko darstellen
  • Eine genehmigte Initiative streichen und die Streichung vor einem Gremium und dem Business verteidigen
  • Ein Kriterien-Modell aufbauen, das entscheidet statt rechtfertigt, ohne sich in Gewichtungsdebatten zu verlieren
  • Entscheidungsrechte so festlegen, dass das Ranking den nächsten Zyklus übersteht

 
Themen und Inhalte

Der Vormittag erarbeitet Bestand, Scoring und Ranking; der Nachmittag ist eine durchgehende Reduktionssimulation an einem Fall: Zwanzig Prozent müssen weg.

Was überhaupt verfügbar ist

  • Run versus Change; Pipeline gegen Kapazität
  • Der Auslastungseffekt: warum Vollplanung den Durchsatz halbiert
  • Warum Strategie in der Praxis selten das dominierende Priorisierungskriterium ist


Kriterien und Scoring

  • Kategorien und Skalen, bewusst ohne Gewichtungen
  • Bewertung an der Geschäftsstrategie, nicht an Einzelinteressen
  • Kriterien, die entscheiden, versus Kriterien, die rechtfertigen


Vom Scoring zum Ranking

  • Prioritätsstufen
  • Regulatorischer Vorrang und sicherheitskritische Ausnahmen
  • Wann eine Ausnahme das Verfahren zerstört


Abhängigkeiten und Reihenfolge

  • Was die Reihenfolge bestimmt
  • Die Roadmap als Single Source of Truth


Der Schnitt (Simulation)

  • Zwanzig Prozent müssen weg; ein Szenario je Gruppe, mit dargestellten Folgen
  • Versunkene Kosten und Eskalation des Commitments


Das Gremium (Simulation)

  •  Die Entscheidung wird präsentiert und angegriffen
  • Die Evidenz verteidigen, nicht die Präsentation
  • Governance für den nächsten Zyklus
  • Entscheidungsrechte, Rollen, Aktualisierungsrhythmus
  • Was dieselbe Debatte drei Monate später verhindert


Methoden

Etwa 35 Prozent Vortrag und 65 Prozent Teilnehmeraktivität; der Nachmittag ist fast vollständig Teilnehmerarbeit.

  • Ein einziger, durchgehender Portfolio-Fall: rund zwanzig Initiativen mit Budget, Dauer, Nutzenargument, Abhängigkeiten und regulatorischen Positionen
  • Zugewiesene Rollen als tragende Methode (Business, IT, Finanzen)
  • Gegen-Verteidigung statt Präsentation: Jede Gruppe verteidigt ihr Szenario gegen eine andere Gruppe
  • Peer-Austausch: Die Teilnehmer vergleichen zunächst, wie ihre eigenen Organisationen entscheiden, welche Initiativen finanziert werden, bevor das Scoring-Modell eingeführt wird
  • Mitnahme-Vorlagen: Scoring-Modell und RACI-Matrix für den Vorschlags-Lebenszyklus


Der besondere Ansatz

  • Portfolio beschneiden, nicht erstellen: der Fall, den die Portfolio-Literatur auslässt: ein bestehendes Portfolio kürzen und genehmigte Initiativen streichen.
  • Eine in zugewiesenen Rollen geübte Entscheidung; die Teilnehmer proben, einen Schnitt vor einem Gremium zu verteidigen, statt einen Scoring-Bogen auszufüllen.
  • Ausgewählte Inhalte wurden pilotiert; zwei Artikel sind auf cio.de erschienen.


Voraussetzungen

  • Verantwortung für ein Initiativen-Portfolio oder Mitwirkung an dessen Priorisierung
  • Business Cases werden gelesen, nicht gerechnet: Kapitalwert und Amortisation werden benannt und interpretiert, nicht hergeleitet.
  • Kein Wissen zu einem bestimmten Portfolio-Tool erforderlich (der Workshop ist tool-neutral); für die Inhouse-Variante die eigene, anonymisierte Initiativen-Liste der Organisation


Termine und Durchführung

Über ausgewählte Seminaranbieter. Inhouse auf Anfrage.


Kursleitung

Dr. Christof Gellweiler, Autor des IT Alignment Guide V2 und von Strategic Analysis in Practice; 30 Jahre in IT und Transformation

 
 
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