Workshops für Führungskräfte

ANALYSIEREN     PRIORISIEREN     FÜHREN    STABILISIEREN


IT-Transformation in der Krise
Ursachen erkennen und den Kurs korrigieren

Diagnose und Sanierung auf Programmebene


Dauer

1 Tag (offen); 2 Tage (inhouse)



Format

Präsenz; offen oder inhouse. Gruppen von 10 bis 15. Keine Aufzeichnung. Methoden- und systemneutral. Die zweitägige Inhouse-Variante arbeitet am eigenen Programm des Kunden.


Zielgruppen

  • CIOs
  • Programmmanager/innen
  • PMO-Leiter/innen
  • Sponsoren aus Geschäftsleitung und Finanzbereich
  • Erfahrene Interim- und Beratungsfachleute, die innerhalb von Kundenprogrammen tätig sind


Problem und Relevanz

Große IT-Transformationsinitiativen scheitern selten plötzlich. Eine ERP-Migration, eine Kernsystem-Ablösung, eine Post-Merger-Integration gerät allmählich in Schieflage, während die Statusberichte grün bleiben — bis die zweite Verzögerung ansteht und niemand sagen kann, was tatsächlich zutrifft. Typische Konstellationen: S/4HANA-Rollouts, Kernsystem-Ablösungen, Carve-outs und Post-Merger-Integrationen, Cloud- und Plattformmigrationen, NIS2-Umsetzungspläne. Viele SAP-Migrationen überschreiten Zeit und Budget, wobei Governance und Steuerung oft entscheidender sind als die technische Schwierigkeit. Dieser Workshop konzentriert sich darauf, wie man die Kontrolle zurückgewinnt und das Programm wieder auf Kurs bringt.


Lernergebnisse und Nutzen

Wissen: Was Sie mitnehmen

  • Die typischen Ursachenmuster gescheiterter IT-Programme und ihre Frühindikatoren
  • Welche Steuerungsartefakte verlässlich sind und welche regelmäßig ein irreführendes Bild erzeugen
  • Der Unterschied zwischen Symptom, Ursache und Auslöser
  • Die Rolle von Programmorganisation, Governance und Lieferantensteuerung bei der Entstehung einer Krise
  • Die vier Optionen: anpassen, zurücksetzen, reduzieren oder stoppen


Fähigkeiten: Was Sie danach können

  • Den Zustand eines Programms innerhalb weniger Tage strukturiert einschätzen
  • Restaufwand und Zeitplan-Realismus unabhängig vom bestehenden Plan schätzen
  • Befunde so aufbereiten, dass sie vor Geschäftsleitung, Gremium und Lieferant standhalten
  • Ursachen mit Belegen herleiten, statt Schuldige zu benennen
  • Sofortmaßnahmen priorisieren und ihre Wirkung abschätzen


Themen und Inhalte

Der Tag folgt dem Ablauf eines echten Programm-Reviews: erheben, diagnostizieren, bewerten und verteidigen. Methodenneutral für klassische, agile und hybride Initiativen; ERP-Programme dienen als führendes Beispiel.

Wie Programme in die Krise geraten

  • Allmählich, nicht plötzlich; Frühindikatoren und warum sie übersehen werden
  • Warum Statusberichte grün bleiben: Berichtsketten, Optimismus-Bias, Anreize


Die Lage verlässlich erheben

  • Welche Artefakte aussagekräftig sind: Baseline, Change Requests, Protokolle, Verträge, Testberichte
  • Welche systematisch in die Irre führen können: Prozentangaben zum Fortschritt, Ampeln und nominelle Ressourcenpläne
  • Interviewtechnik: wen zuerst, was man nicht fragt


Ursachen 

  • Sechs wiederkehrende Ursachenmuster: unklarer Scope, fehlende Entscheidungsfindung, Unterbesetzung, Lieferantensteuerung, Architektur und Governance
  • Symptom, Ursache und Auslöser trennen´


Restaufwand und Lieferfähigkeit

  • Warum der bestehende Plan nicht die Grundlage sein kann
  • Bottom-up-Schätzung des Restaufwands; Fertigstellung am Ergebnis gemessen, nicht am Aufwand
  • Zeitplan-Realismus gegen Referenzklassen prüfen


Optionen und Sofortmaßnahmen

  • Die vier Optionen mit Voraussetzungen und Kosten: anpassen, zurücksetzen, reduzieren, stoppen
  • Maßnahmen, die wirken, versus Maßnahmen, die nur beruhigen
  • Befunde verteidigen
  • Einen belastbaren Bericht aufbauen: Fakten, Befunde, Belege, Schlussfolgerungen
  • Vor Gremium, Geschäftsleitung und Lieferant argumentieren
  • Was eine Programmbeurteilung als Gutachten belastbar macht


Nur inhouse: Vertrag und Governance

  • Was der Vertrag über die Steuerbarkeit verrät; Change Orders als Frühindikator
  •  Rollen, Entscheidungswege und Berichtsqualität im eigenen Haus


Methoden

Etwa 30 Prozent Vortrag zu 70 Prozent Teilnehmeraktivität.

  • Arbeit an echten, anonymisierten Programmunterlagen (z. B. Statusberichte, Pläne, Change Requests, Protokolle) und herauslesen, was belegt und was nur behauptet ist
  • Gruppenarbeit: Ursachenanalyse, Optionen abwägen, Sofortmaßnahmen priorisieren, mit Plenumsbesprechung
  • Die Rollenübung „einen Befund verteidigen": Präsentation vor einem simulierten Steering Board und Befragung
  • Peer-Austausch zu Frühwarnzeichen, die in eigenen Initiativen gesehen oder übersehen wurden (Vertraulich, keine Aufzeichnungen)
  • Einzelarbeit: One-Minute-Papers und Transfer auf das eigene Vorhaben


Der besondere Ansatz

  • Diagnose auf Transformationsebene mit IT-Scope statt konventioneller Sanierung auf Projektebene
  • Unabhängige Restaufwand-Schätzung mit empirischen Verteilungen und Referenzklassen-Prognose
  • Befunde vor einem Steering Board und Lieferanten verteidigen; die Teilnehmer gehen mit einem strukturierten Bewertungsraster


Voraussetzungen

  • Praktische Erfahrung in Projekt- oder Programmarbeit, etwa ab zwei bis drei Jahren aufwärts
  • Grundlegende Projektmanagement-Kenntnisse werden vorausgesetzt, eine Zertifizierung ist nicht erforderlich
  • Hilfreich: ein eigenes laufendes oder abgeschlossenes Vorhaben als Reflexionsfall


Termine und Durchführung

Über ausgewählte Seminaranbieter. Inhouse auf Anfrage.

Kursleitung

Dr. Christof Gellweiler, Autor des IT Alignment Guide V2 und von Strategic Analysis in Practice; 30 Jahre in IT und Transformation.




 
 
E-Mail
Infos
LinkedIn